Kooperative E-Carsharing-Projekte in Deutschland

„The evolution of cooperative electric carsharing in Germany and the role of intermediaries“ ist der Titel des Artikels den Julian Schwabe in Sciencedirect veröffentlicht hat.

Dieser Artikel behandelt den Status von kooperativen E-Carsharing-Projekten in Deutschland und den intermediären Mechanismen, welche die Initiierung solcher Projekte in größerem Maßstab ermöglichen können. Angesichts der potenziellen Synergien mit Energiekooperativen ist das Thema E-Carsharing interessant und ein möglicher Schritt zur Weiterentwicklung der eigenen Organisation. Hier einige der Haupterkenntnisse zusammengefasst:

  • Im Vergleich zu Energiekooperativen ist E-Carsharing weniger kapitalintensiv. Projekterfolg hängt dagegen entscheidend von effektiver Organisation und Nutzerakquise ab. Daher sind Subventionen kein entscheidendes Thema (und deren Mangel kein entscheidendes Hindernis…). Die Hauptvoraussetzungen für den erfolgreichen Aufbau eines E-Carsharing-Projektes sind
    • 1) Freiwillige Helfer die bereit sind erhebliche Zeit und Mühe aufzubringen, um den Dienst zu organisieren und aufrechtzuerhalten, und
    • 2) die Gewinnung größerer Ankernutzer (wie Unternehmen, lokale Verwaltung, größere Organisationen, etc.), um die Stabilität eines Projekts zu gewährleisten. Die Vermittlung von Ankernutzern ist eine Tätigkeit mit der politische Entscheidungsträger sinnvolle und bedeutende Unterstützung leisten können.
  • Netzwerkstrukturen, die die Verbreitung von kooperativem E-Carsharing unterstützen, gehen über die Diffusion von Wissen und Expertise hinaus und umfassen auch zentrale Services wie die Bereitstellung einer App für Buchungen und Abrechnungen, den Kauf von (kooperativem) Strom und auch die Bereitstellung etablierter Preismodelle. Dies ermöglicht interessierten Bürgern den Zugriff auf ein umfassendes Dienstleistungsportfolio und macht es unnötig, dass Initiativen das „Rad neu erfinden“ für Dinge, die anderswo bereits in Betrieb sind. Dies gilt insbesondere für Buchungsapps und die Gestaltung machbarer Preise.
  • Neben der zentralen Bereitstellung von Dienstleistungen durch eine Dachorganisation besteht eine weitere Möglichkeit darin, dass Energie- und Carsharingkooperativen „strategische Partnerschaften“ eingehen um Synergien zu nutzen. (Z. B.: Die Energiegenossenschaft am Standort A vermittelt vor Ort Nutzer für Carsharing und die Carsharing-Genossenschaft am Standort B vermittelt örtliche Flächen für Solaranlagen).

Mehrere Genossenschaften für E-Carsharing agieren noch relativ isoliert. Die Partnerschaft mit Dachorganisationen und/oder anderen Genossenschaften ist sinnvoll um die eigene Organisation effektiver zu gestalten und um das Thema auch überregional voranzutreiben.

Link zu dem Bericht: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2210422420301118
Kontakt zu dem Autor: Julian Schwabe julian.schwabe@geo.uni-marburg.de

LinkedIn: www.linkedin.com/in/dr-julian-schwabe.

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