Digitale Methoden & Tools

Man muss nicht immer das Rad neu erfinden. Eine sehr umfangreiche Liste mit der Übersicht digitaler Methoden & Tools für die Zusammenarbeit in Gruppen findet man auf der platform-n.org. Wer noch keinen Zugriff darauf hat, hier der letzte Stand vom 7.9.2020:
https://plattform-n.org/group/forum/document/sammlung-digitaler-tools-fuer-gruppenarbeiten/edit/

Folgende Aspekte werden ausgewertet:

  • Übersicht zu Methoden der digitalen Zusammenarbeit
  • Übersichten über verschiedene Tools 
  • Free/Libre/OpenSource-basierte Tools:  
    • Unklar ob Open source oder kommerziell
    • Unfreie/proprietäre Tools
  • Abwägung: Was benutze ich wofür? Was ist bei der Entscheidung für/gegen Tools wichtig?
  • Kritik an einzelnen Tools

Methoden der digitalen Zusammenarbeit

  • WUPs (Warm-Ups) und Energizer für Online-Meetings: 
  • Handout zu Moderation von digitalen Treffen, entstanden auf Multitreffen des netzwerk n für die Multiplikator_innen
  • für alle anderen bei Interesse: Mail an Verena.salomon@netzwerk-n.org

Tools Übersicht

  • Stifter helfen: Tools für digitale Kommunikation & Zusammenarbeit
  • n-Empfehlungen
  • padlet:  30-Tage Testversion
  • Dieses Tool hat unterschiedliche Formate, um mit vielen gemeinsam an einer digitalen Tafel zu arbeiten. Dabei lassen sich Bilder, Links, Videos, etc sehr intuitiv einfügen. Genutzt wurde es zum interaktiven Erstellen eines Zeitstrahls. 
  • trello: zur Aufgabenverteilung
  • Spacedeck: über n geplant: online-Whiteboard
  • Free/Libre/OpenSource-basierte Tools:
  • Datenschutz-Hinweis: Wenn die Dienste kostenlos sind, achtet darauf, ob ihr sie selbst hosten könnt. Wenn man hier nicht mit Geld bezahlt, dann oft mit Daten und je nach Sensibilität der Informationen, die geteilt werden, sollte man das im Kopf haben.
  • Audio/Video-Telefonie:    
  • (+) funktioniert einwandfrei und super easy. Der Link ist innerhalb von 10 Sekunden eingerichtet. Das Tool ist damit eine gute Alternative z.B. zu Skype oder Zoom.
  • (-) bei mir hat sichs im Browser immer wieder aufgehängt
  • (-) bei sechs Personen war die Quali ziemlich schlecht
  • (-) VF: hat bei mir gar nicht funktioniert, kann aber an Firefox liegen (soll mit Chrome besser laufen)
  • www.fairapps.net    ist  auch Jitsi implementiert, jedoch auf Ökostrom server, jedoch in Österreich, Fairchat ist vielleicht besser als Telegram,  und fairoffice und board.net, als Pads und office colloboration ,  auch mit Fairapps plus  und framadate ein Tool für Doodle Ersatz hier der Testbericht:
  • https://bigbluebutton.org/ einzige opensource software , soweit ich weiß die HD Videokonferenzen unterstützt, installation auf eigenem Server möglch, jedoch etwa 100€ an monatliche kosten dafür.
  • soll im netzwerk n getestet werden
  • https://www.mumble.info/ free, open source, low latency, high quality voice chat application. Funktioniert am besten, wenn man es sich runterlädt, online gab’s bei mir Soundschwierigkeiten, Nachteil ist, dass es nicht so leicht einzurichten ist
  • wire: https://wire.com/de/ save, aber nur geeignet für zwei gespräche, zu sechst hat es überhaupt nicht geklappt.
  • BigBluebutton (HostSharing bietet Serverwartung dazu)
  • FairMeeting
  • Nextcloud-talk
  • Weitere Tools (wenn jemand das einzuordnen weiß: bitte in die Rubrik nach oben (open source) bzw. nach unten (closed source) ziehen 
  • Stifter helfen: „Covid-19 Ressourcen für Non-Profits“ –> In den letzten Wochen konnten wir Ihnen verschiedene Lösungen zur Online-Zusammenarbeit vorstellen. Auch unser Webinar-Programm hat sich mit dem „Corona-Spezial“ auf die aktuelle Lage eingestellt. Wir haben Ihnen in der Übersicht jetzt nun alle wichtigen Tools, Webinare & Praxistipps zusammengestellt. Außerdem finden Sie eine Linksammlung mit weiteren hilfreichen Angeboten für gemeinnützige Organisationen.
  • Vortrag für viele Zuhörende mit Interaktionselementen: Chat, Umfragen, Fragen stellen (die von allen gevotet werden & entsprechend nach oben rücken), Evaluation direkt eingebunden
  • Admin schickt an Fragende die Einladung, Audio & Video zu aktivieren
  • „meetgreen“ https://meetgreen.de: erfüllt WECHANGE-Anspüche zu Nachhaltigkeit, Datenschutz und Verbindungsqualität
  • gute Erfahrung im netzwerk n gemacht, braucht keine Installation etc.
  • Closed source-Tools:
  • Skype
  • Google Hangout Meet
  • Blitz Meet (von Teamviewer)
  • Gruppentelefonat mit Iphones
  • whereby
  • Abwägung: Was benutze ich wofür? Was ist bei der Entscheidung für/gegen Tools wichtig?
  • „Es gibt
  • a) rechtliche Sicherheit – die gibt es nur wenn wir etwas selber hosten (teuer und aufwändig) oder einen Auftrag zur Datenverarbeitung mit einem Unternehmen abschließen (in der Hinsicht sind Zoom und Google in der – und nur in der Business-Variante – unproblematisch, aber alle Freeware (auch Open Source) grundsätzlich eher kritisch zu betrachten – dort darf dann eben nicht über personenbezogene Daten gesprochen werden bzw. diese geteilt), ohne dass wir die Einwilligung der Dateninhaber*innen vorliegen haben.
  • b) Der andere Aspekt ist natürlich der Datenschutz. Hier gilt dass Open Source Applikationen aufgrund ihrer Transparenz theoretisch besser unterwegs sind, sofern genug Personen mit Sachkenntnis daran mitarbeiten und Interesse haben, das zu überprüfen – das ist ein bisschen wie die Qualität bei Wikipedia-Artikeln – wo großes Interesse oder Expert*innen am Werk, da ist die Qualität gut, aber es kommt eben immer drauf an – auch das überhaupt bewerten zu können (dann vor allem bei kleineren Anbietern relevant).
  • Bei der faktischen Sicherheit ist die erste Frage – Sicherheit vor wem? Vor den großen Spionage-Agenturen ist die Sicherheit ohnehin fraglich, die vor Unternehmen die gerne daten fressen eher relevant. Wir können nicht mit Sicherheit ausschließen, dass Zoom oder Google (jeweils in der Business-Variante) die Daten und Gespräche nicht doch auswerten, allerdings verpflichten sie sich vertraglich dazu, es nicht zu tun. Heißt wenn sie es doch tun, müssten sie riesige Strafen an ihre Großkundenunternehmen zahlen. In der kapitslistischen Logik durchaus heikel. Dass die Daten aber von Drittunternehmen abgefangen werden können, ist sehr unwahrscheinlich. Denn Zoom und Google haben große Abteilungen, die nichts anderes machen als Daten und ihre Services zu sichern. Dabei geht es i.d.R. vor allem um die Server. Das ist auch die wichtigste Frage beim selber hosten eines Services (datenschutztechnisch theoretisch die beste Variante) – haben wir die Expertise und Kapazitäten um ein ähnliches Niveau an Sicherheit herzustellen? Eines ist daher klar: absolute Sicherheit wird es nie geben. Digitale Sicherheit ist und bleibt immer ein Eiertanz. Übrigens: Das schwächste Glied in der Sicherheitskette ist meistens die Person vor dem Bildschirm – andere Applikationen oder infizierte PCs die den Bildschirm oder Tastaturanschläge mitschreiben oder unsichere Passwörter wie bspw. aktuell bei unserem Zoom-Account aktuell und hier vor allem auch das teilen der Passwörter über andere Dienste.
  • Und dann ist da schließlich noch die Performance – das sicherste Tool bringt uns nichts, wenn es nicht gut funktioniert. Hier gibt es sowohl gute Lösungen auf kommerzieller als auch open-source Seite. Nextcloud ist übrigend ein sehr gutes Beispiel für einen Hybrid – es ist Open Source wird aber aus eigeninteresse von vielen Firmen mit weiter entwickelt und man kann es auch „fertig kaufen“, so wie wir es aktuell tun.
  • Zwischen allen diesen Aspekten gilt es nun ein Präferenz zu finden.“
  • Kritik an einzelnen Tools
  • (Viele grundsätzliche Probleme finden sich auch bei Diensten anderen kommerziellen Anbieter wie Skype, Facebook, Twitter, Microsoft, Apple, Dropbox, … wieder)
  • Zoom:
  • Wichtig: man kann zoom auch im Browser nutzen (findet man nur nicht so gut selbst): 
  • Noch hier der Hinweis zur sicheren Zoom-Nutzung und für alle die Zoom gegenüber skeptisch sind: Es ist normalerweise, sofern das in den Meetingeinstellungen nicht deaktiviert ist, problemlos möglich Zoom ohne Installation der Programme (von welchen so ziemlich alle der relevanten sicherheitskritischen Bedenken ausgehen) im Browser zu nutzen. Meine Uni hat Zoom gekauft und empfiehlt dies ausdrücklich. Zoom ist allerdings geschickt und versteckt diese Funktion weitestgehend. Hier findet ihr Anleitungen wie man Zoom im Browser nutzen kann: https://praxistipps.chip.de/zoom-online-nutzen-videokonferenzen-im-browser_118718?layout=amp
  • Alternativ könnt ihr euch selbst den Web-Beitrittslink basteln: zoom.us/wc/{eure Meeting-id}/start
  • Infomail über den IPU-Verteilung v.a. zum Thema Datenschutzverstöße bei Zoom & Was kann ich selbst machen?
  • Problematik
  • 1) Zoom sammelt eure Daten, und zwar folgende:
  • Name und Adresse (falls angegeben)
  • Benutzername
  • Emailadresse
  • Telefonnummern
  • Informationen zum Facebook-Profil (falls angegeben)
  • Produkt- und Dienstleistungspräferenzen
  • IP-Adresse
  • Mac-Adresse
  • Geräte-Typ
  • Betriebssystem
  • Standortdaten
  • aufgezeichnete Gespräche
  • Chatnachrichten
  • hochgeladene Dateien und Whiteboards
  • wer telefoniert mit wem wann, wie lang & wie oft
  • 2)  diese Daten wurden in der Vergangenheit auch an Dritte verkauft, unter anderem an Facebook – auch wenn der Account nicht verknüpft wurde. In der aktuellen Version ist das laut Zoom nicht mehr so.
  • 3) Zoom nennt seine Calls „Ende zu Ende verschlüsselt“ – das sind die aber nicht. Audio und Video können von Zoom unverschlüsselt gesehen werden.
  • 4) diese Dinge werden evtl auch an die Polizei weitergegeben, wenn diese danach fragen
  • 5) die Leute, die den Zoom-Account bezahlen und die Moderation des Calls sehen, ob ihr grade andere Fenster offen habt, also ob das Zoom-Fenster nur im Hintergrund offen ist („Attention Tracking“ – das wird gerade benutzt, damit Chef*innen sehen ob ihre Angestellten beim Telefonieren aufmerksam sind…)
  • 6) Zoom kann sich einfach in Gespräche einklinken ohne dass die Teilnehmer*innen zustimmen oder vorher gewarnt werden
  • 7) wenn die Konferenz nicht auf privat gestellt ist können sich auch Dritte in Gespräche einhacken („zoombombing“)
  • 8) im Sommer 2019 kam raus, dass Zoom in der Lage war, die Webcam von Macbooks ohne das Wissen der User anzuschalten. Außerdem wurde unter MacOS ist die App nicht wirklich vom System entfernt, wenn man sie deinstalliert hat, sondern konnte sich theoretisch jederzeit selbst wieder installieren. Mittlerweile sind diese beiden Probleme gelöst aber dass es passiert ist, zeigt dass den Betreiber*innen misstraut werden sollte.
  • Alternativen
  • BigBlueButton
  • sehr komfortabel und mit vielen Menschen gleichzeitig problemlos nutzbar.
  • Jitsi.
  • Jitsi geht mit weniger Menschen, dafür braucht aber kein*e TN* einen Account. 
  • Schadensbegrenzung
  • Falls ihr Zoom dennoch weiter für die politische Arbeit benutzen wollt oder müsst, dann könnt ihr den Schaden durch folgende Maßnahmen begrenzen:
  • seid euch bewusst, dass ihr nicht in einem sicheren Raum sprecht.
  • seid euch bewusst, dass ihr nicht anonym seid, auch wenn ihr euren Klarnamen nicht angegeben habt.
  • nutzt, soweit möglich, die „Encrypted Videochat“-Funktion
  • stellt die Konferenz auf privat, lasst andere Teilnehmer*innen nur bewusst per Klick eintreten
  • verknüpft die App nicht mit eurem Facebook-Account
  • gebt so wenige Daten (Klarname, Telefonnummer etc.) wie möglich an
  • zeichnet eure Calls nicht auf
  • Kritikpunkte & Infos: 
  • […] Dabei gibt es viele Gründe, das kritisch zu hinterfragen – nicht zuletzt aus der Perspektive einer Gerechtigkeitsbewegung mit antikapitalistischem Anspruch.
  • Zoom ist ein riesiger Internet-Konzern, dessen Geschäftsmodell auf geheimer Software basiert und der die Daten der Nutzenden zur Profitmaximierung auswertet.
  • Der Artikel wurde am 17.06.2019 zum ersten Mal veröffentlicht und zuletzt am 28.03.2020 aktualisiert. Hier noch ein einige weitere aktuelle Artikel zu Zoom:
  • Schon älter, ggf. nicht mehr aktuell:
  • Also Gründe genug, freie und sichere Alternativen einzusetzen. Systemli empfiehlt:
  • Jitsi Meet für 10-15 Teilnehmende – läuft im Browser
  • Mumble für bis 100+ Teilnehmende – läuft neuerdings auch im Browser!
  • BigBlue Button
  • Auswertung vom Team Q (technische Supportstruktur für Aktivist*innen)
  • BigBlueButton ist eine kostenlose open source Software für Telefon- und Videokonferenzen. Läuft einfach in Browser ohne Anmeldung, nur der Chatraum muss einmal (mit Anmeldung) erstellt werden. Headset ist notwendig. Funktioniert auch mit vielen (zB 50) Teilnehmer*innen relativ stabil und ist gut benutzbar, wenn es auch einzelne Probleme mit dem Sound geben kann. Videos laufen stabil und stören den sound nicht, ab einer bestimmten Teilnehmer*innenzahl  werden einzelne Videos abgeschaltet. (Bei einem Test haben 20 Videostreams bei 40 Teilnehmer*innen relativ problemlos funktioniert). Maximale empfohlene Teilnehmer*innen-Zahl laut Doku: 100
  • Es gibt viele sehr nützliche integrierte Funktionen die zB Webinare möglich machen: Chat, Pad, synchronisierte Präsentation, Screensharing, synchronisiertes externes Video, Multi-User-Whiteboard, Breakout rooms (maximal 8), Aufnahme der Konferenz. Viele dieser Funktionen können nur von den Menschen die den Raum erstellt haben, genutzt werden, es können aber allen Teilnehmenden Zugangsrechte gegeben werden.
  • Sicherheit: Inhalte werden zum Server hin verschlüsselt und liegen unverschlüsselt auf dem Server. Ihr solltet also eurem Serveranbieter vertrauen.
  • So geht‘s: Bei Anbieter einen Zugang erbitten, von da aus können chaträume eingerichtet werden. Diese dann einfach per link im Browser besuchen.        
  • Einen weiteren solidarischen Anbieter könnt ihr hier kontaktieren: info@nomennesc.io 
  • Die Testergebnisse im Überblick:
  • BigBlueButton (jedenfalls auf dem Server von Sixtopia) läuft bis 20 Teilnehmer*innen auch mit Video relativ problemlos. Bei mehr als 20 Teilnehmenden kann es zu Einschränkungen vor Allem mit den Videos kommen. Sound und andere Funktionen funktionieren (zumindest wenn Menschen nicht zu langsame Rechenr haben) auch bei 45 und mehr Teilnehmenden relativ stabil.
  • Die Testergebnisse im Detail:
  • Maximale Teilnehmer*innen-Zahl:
  • 20 Videostreams bei 40 Teilnehmer*innen haben relativ problemlos funktioniert
  • 20 Videostreams belasten den Browser stark und der eigene Rechner wird auch stark beansprucht, wahrscheinlich funktioniert es dann nicht mehr falls ihr einen langsamen Rechner habt
  • Ab 25 Videostreams war der Server überlastet und neue Videostreams konnten nicht gestartet werden
  • Gute Nachricht: Bei Überlastung schalten sich einzelne Videostreams ab und die Konferenz läuft mit Audio ungestört weiter
  • Bei 45 Teilnehmer*innen lief Audio mit minimalen Aussetzern, trotzdem gut benutzbar
  • Maximale empfohlene Teilnehmer*innen-Zahl laut Doku: 100
  • Nutzbarkeits-Probleme:
  • Echo-Test vor dem Verbinden etwas nervig (und läuft teilweise unter Firefox nicht)
  • „Handmeldung“ nicht einfach zu erreichen und nicht so gut sichtbar
  • Pad und Chat nicht gleichzeitig sichtbar
  • Pad und Chat werden gelöscht, wenn die Session beendet wird
  • Menschen mit Moderations-Rechten können die Session (aus Versehen) für alle beenden
  • Kein Push-to-talk, beim stummschalten kommt jedes Mal eine Tonnachricht (evtl positiv für Menschen mit Seheinschränkungen)
  • Person die Raum anlegt muss einen Account haben (alle anderen nicht) (find ich eher positiv im ggs zu anderen tools bzw gleich wie zoom
  • Videobild von Sprecher*in automatisch vergrößern geht nicht; Highlighting von Sprecher*in nicht sehr deutlich
  • Videochat mit vielen Menschen im Smartphone nicht brauchbar, weil Bilder viel zu klein
  • Nutzer*innen-Name nicht in der Konferenz änderbar (nur durch neuladen)

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